Ein Netzwerk. Viele Genossenschaften: BÄKO München Altbayern und Schwaben

Ein Netzwerk. Viele Genossenschaften: BÄKO München Altbayern und Schwaben

In unserer Video-Reihe „Ein Netzwerk. Viele Genossenschaften.“ stellen wir in regelmäßigen Abständen interessante Genossenschaftsprojekte vor. Diesmal besuchten wir die BÄKO München Altbayern und Schwaben. Dabei handelt es sich um die Einkaufsgenossenschaft für das backende Handwerk. Als genossenschaftlicher Fachgroßhandel wird hier tagtäglich der Bedarf für das Bäcker- und Konditorenhandwerk organisiert. Geschäftsführer Helmut Wiedemann gab uns einen Einblick in die Arbeit der BÄKO

Was macht die BÄKO aus?

Die BÄKO ist die Einkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoreien. Man kann sich uns als eine Art Fach-Großhandel für das backende Handwerk vorstellen. Von den Rohstoffen zur Herstellung qualitativ hochwertiger Backwaren, Frische- und Tiefkühlartikeln, Handelswaren, Verpackungsmaterialien bis hin zur Beratung und Ausstattung von Backstuben mit dem dazugehörigem Wartungs -und Werkstattservice, gehört zu unserem Angebot alles, was Bäcker und Konditoren für ihre Handwerkskunst brauchen.

Wie läuft dabei die Zusammenarbeit mit den Bäckerei-Filialen und Konditoreien?

Da unsere Kunden gleichzeitig auch Mitglieder und somit Inhaber der BÄKO sind, teilen wir alle dieselben Erwartungen an Qualität und Anspruch. Wir verspüren alle eine große Leidenschaft für das Handwerk. Außerdem sind wir ganz nah dran. Unsere Satzung besagt, dass die Betreuung und Förderung unserer Mitglieder immer im Fokus stehen muss. Dieser genossenschaftliche Gedanke wird bei uns gelebt, in dem unsere Ansprechpartner persönlich vor Ort sind. Immer erreichbar für die täglichen Bedürfnisse. Nur so kann in diesen engen Kundenbeziehungen herausragende handwerkliche Qualität entstehen.

Was macht für Sie persönlich eine gute Partnerschaft zu den Kunden aus?

Eine genossenschaftliche Partnerschaft lebt von ihrem offenen Umgang, um gemeinsam die beste Lösung für ein Problem zu finden. Diese Transparenz stärkt das Vertrauen in den Umgang untereinander. Und das finden Sie ganz selten im betrieblichen Kontext.

Die BÄKO hat 2023 ihr einhundertjähriges Jubiläum gefeiert. Welchen Weg hat die Genossenschaft seitdem zurückgelegt?

Die BÄKO wurde damals in sehr schwierigen Zeiten gegründet. Es herrschte Hyperinflation, die ersten Jahre waren von Krisenzeiten und Kriegen bestimmt. Das muss man sich erstmal vorstellen. Gemeinsam galt es, das alles durchzustehen. Die genossenschaftliche Organisation half da natürlich, alles zusammen zu halten. Später in den 1970er- und 80er-Jahren kamen dann viele Trends auf, die das Unternehmen weiterentwickelt und vorangetrieben haben. Es gab viele innovative Veränderungen – von der Organisation bis zur IT. Letztlich haben wir sämtliche Prozesse, die im Hintergrund ablaufen – von Zertifizierungen bis hin zu bürokratischen Anforderungen in unserer Branche – gemeinsam mit den Handwerksbetrieben gemeistert.

Wie beurteilen Sie die Rolle der BÄKO in der Branche?

Wir sehen uns als Taktgeber. Als ein Unternehmen, das Dinge ermöglicht und erleichtert. Auf der anderen Seite hören wir auch in den Markt hinein: Was brauchen die Betriebe? Das gilt es dann ganz klassisch umzusetzen. Gerade da haben wir uns in all den Jahren, mit all den Veränderungen und Konsolidierungen des Marktes, sehr gut behauptet. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass die BÄKO als Organisation ein Zeichen der Stärke unseres backenden Handwerks ist.

Wenn wir heute auf die Zahlen und Fakten schauen – wie steht die BÄKO in Deutschland da?

Wir als regionale Genossenschaft mit unseren Standorten in München, Straubing, Augsburg und Kempten sind Teil einer bundesweit sehr erfolgreichen Verbundsgruppe. Die BÄKO ist mittlerweile in ganz Deutschland präsent: Es existieren 24 regionale Genossenschaften, die sich alle  von den lokalen Ansprüchen und Anforderungen der jeweiligen Mitglieder unterscheiden. Unsere Genossenschaft ist dabei aktuell vom Umsatz her die drittgrößte im gesamten BÄKO-Verbund. 236 Mitarbeiter sind an unseren Standorten tätig, die bis zu 55 LKW jede Woche beladen.

Wie groß ist das Sortiment der BÄKO?

In unserer Datenbank sind aktuell rund 28.000 Artikel gelistet. 8.600 davon haben wir dauerhaft in unserem Lager in Taufkirchen vorrätig.

Wie wird bei Ihnen der genossenschaftliche Gedanke gelebt?

Das ist bei der BÄKO in allen Bereichen zu spüren. Am deutlichsten wird es natürlich in der Unternehmensorganisation und der Rolle der Generalversammlung, die den Aufsichtsrat bestellt – das ist bei uns gelebtes Genossenschaftswesen. Hier engagieren sich ausschließlich aktive Bäcker- und Konditormeister:innen.

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